Kalte Füße machen Punkteträume zunichte

Auf bittere Art und Weise mussten die Frauen 2 am vergangenen Sonntagnachmittag erfahren, dass eine gute erste Halbzeit nichts bringt, wenn man in der zweiten wieder in alte Muster verfällt. Zeitweise deutlich führend, verloren sie gegen die HSG Marbach-Rielingshausen mit 30:33.
Da zurzeit alle über HABO-Heimsiege sprechen: Die Frauen 2 hatten auch noch keinen. Es dürfte ihnen jedoch angesichts der, sagen wir mal vorsichtig, subobtimalen Tabellensituation relativ wurscht sein, ob sie die dringend benötigten Punkte nun in Großbottwar, Kleinbottwar oder Untertupfingen holen.
Bis auf Kreisläuferin Yvette Leißa und Torhüterin Verena Sonntag (beide krank) war der Kader komplett. Um Nicole Arndt alias Bärbel alias Glitzer-Frisi (seit neustem) im Fall der Fälle im Kasten ablösen zu können, zog Feldspielerin Alexandra Ziegler deshalb die alten Torwart-Hosen wieder an. Doch Bärbel hielt glänzend. Überhaupt spielten alle am Anfang ganz gut. Zwar geriet die HABO erst mit 0:2 beziehungsweise 1:3 ins Hintertreffen, dann fand sie aber in die Partie. Corinna Beiermeister brachte ihre Farben in der 10. Minute erstmals mit 4:3 in Front. Einmal noch egalisierten die Schillerstädterinnen, dann spielte eigentlich nur noch die HABO. Dank einer soliden Abwehrleistung, einem reibungslosen Zusammenspiel im Angriff ohne Einzelaktionen und beinahe ohne technische Fehler (ja, tatsächlich. Wenig technische Fehler in der ersten Hälfte. Wahnsinn, gell? Aber freuen Sie sich nicht zu früh) gelang es den Gastgeberinnen, sich bis zur 14. Minute auf 8:4 abzusetzen. In der 21. Minute führten sie dann sogar mit 11:6. Daraufhin stellte die HSG auf eine 5:1-Abwehr um und verkürzte so bis zur 26. Minute auf 12:10. Nach einer kurzen Orientierungsphase bemerkte die HABO die gelb-blauen Scheunentore, die sich durch die vorgezogenen Abwehrspielerin auf den Halbpositionen auftaten, sodass es 90 Sekunden vor der Pause wieder 16:11 stand. Weil eine Halbzeitführung mit fünf Toren aber einfach zu schön gewesen wäre, machte sie noch kurz zwei technische Fehler, was Marbach mit zwei schnellen Toren zum 16:13 bestrafte. Aber immerhin. Selbst mit drei Toren Vorsprung war man in dieser Saison noch nie in die Kabinen gegangen. Das ließ hoffen.
Dann kam alles anders. Nach Wiederanpfiff war die HABO wieder ganz die Alte: Ballverluste noch und nöcher, keine Dynamik mehr im Angriff, Fehlwürfe vom feinsten. Außerdem stimmte es im Zentrum der Abwehr plötzlich überhaupt nicht mehr, sodass die Gäste entweder in der Mitte regelrecht durchspazierten oder über den linken Flügel abräumten. Resultat: HSG-Rückraumspielerin Theresa Duffner hatte am Ende 10 Tore auf dem Konto, HSG-Linksaußen Sina Weller sogar 13 Tore, inklusive vier Siebenmeter-Treffer. Die beiden sorgten quasi im Alleingang für den Ausgleich zum 18:18 (36). Obwohl der Rückstand lange Zeit nur ein oder zwei Tore betrug, schaffte es die HABO nicht, wieder den Schalter umzulegen. So konnten sich ihre Gäste kontinuierlich auf 27:32 bis zur 56. Minute absetzten. Die drei Tore zum 30:33-Endstand waren nur noch Ergebniskosmetik. Natürlich war die Enttäuschung riesengroß. Aus Angst, die Partie doch noch zu verlieren, hatten sich die in Führung liegenden Bottwartälerinnen selbst ein Bein gestellt. Weil das Selbstvertrauen völlig fehlt, konnten sie den Führungsverlust mental dann nicht wegstecken. Deshalb war die Niederlage in den Köpfen beim Ausgleich zum 18:18 eigentlich schon besiegelt, obwohl noch überhaupt nichts verloren war.
Jetzt ist guter Rat teuer. Es bleiben nur noch zwei Hinrundenspiele, um das klägliche Punktekonto aufzufüllen. Die beste Gelegenheit bietet sich dafür am kommenden Sonntag um 14 Uhr beim SV Kornwestheim. Anpfiff in der Sporthalle Ost ist um 14 Uhr.

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