Der Topfavorit gibt sich eher zurückhaltend

Für viele ist die HABO SG erster Aufstiegskandidat in der Handball-Landesliga der Frauen. Doch Trainerin

Kornelia Baboi sieht für eine realistische Einschätzung zu viele Unbekannte.
 
Es gibt vier neue Gesichter im Team der  Landesliga-Handballerinnen
der  HABO  SG.  Doch  drei  davon sind  alte  Bekannte  aus  früheren  Zeiten beim TV Großbottwar: Trainerin Kornelia Baboi  hat  einst  die  Drittliga-Mannschaft des  TVG  trainiert  und  dabei  unter  anderem  auch  mit  Saskia  Zink  und  Franziska Ziegler  zusammen  gearbeitet,  die  beide von  der  SG  Schozach-Bottwartal  in  ihre
frühere  sportliche  Heimat  zurückgekehrt sind.  Der  vierte  Neuling  ist  zwar  ein  frisches Gesicht, dafür aber ein altbekannter
Name:  Ann-Kathrin  Kapfenstein  hat  mit einigen Jahren Verspätung nun wie schon ihre  beiden  Schwestern  Saskia  und  Pia
(wobei  Letztere  bereits  im  Handball-Ruhestand ist) den Weg von Ludwigsburg ins Bottwartal  gefunden.  Nicht  zuletzt  aufgrund  dieser  hochkarätigen  Verstärkungen  wird  die  HABO  von  der  Konkurrenz
als großer Aufstiegsfavorit gesehen.
 
Kornelia  Baboi  ist  da  –  wenig  überraschend  –  etwas  vorsichtiger.  „Natürlich haben wir eine sehr gute Mannschaft und
wollen  vorne  mitspielen.  Aber  ich  kenne durch  die  Umstrukturierung  nur  einen kleinen Teil der gegnerischen Mannschaften  und  kann  die  Konkurrenz  daher  nur schwer einschätzen.“ Nach weiteren Favoriten  fällt  ihr  als  erstes   die  HSG Strohgäu  II ein. Es gebe für eine wirklich realistische  Einschätzung  aber  zu  viele  Unbekannte.   Als  weiteren  Faktor  nennt  Baboi,
„dass ja zwei unserer drei Neuzugänge im Rückraum  spielen.  Und  da  dauert  es  erfahrungsgemäß  etwas  länger,  sie  in  die
Mannschaft zu integrieren.Insgesamt  16  Spielerinnen  zählt  Baboi
zu ihrem Kader. Alle Positionen sind doppelt  besetzt,  im  Tor  und  am  Kreis  stehen jeweils  drei  Spielerinnen  zur  Verfügung. „Und es gibt auf keiner Position eine klare Hierarchie“, betont die Trainerin. Für das erste Spiel gegen den TSV Bönnigheim II am  kommenden  Samstag  (17.40  Uhr)  in der  Großbottwarer  Wunnensteinhalle fehlt  mit  Torhüterin  Nicole  Arndt  und Kreisläuferin Miriana Attaguile zufälligerweise  je  eine  Spielerin  von  den  dreifach
besetzten  Positionen.  „Aber  das  heißt nicht, dass ich immer eine Torhüterin und eine Kreisläuferin draußen lasse, wenn alle  16  da  sind.  Ich  werde  das  von  Spiel  zu Spiel  entscheiden.  Und  es  wird  nicht  so sein,  dass  eine  wochenlang  nicht  spielt“,erklärt Baboi. Diese Qual der Wahl ist aus ihrer Sicht „ein Luxus, den sich jeder Trainer wünscht“. So haben zum Beispiel alle drei Torhü-
terinnen – neben Nicole Arndt noch Jesica  Goebel  und  Alisia  Mäule  –  unbestreitbar  mindestens  Landesligaformat.  „Ich werde  es  auch  vom  Gegner  abhängig  machen,  wer  spielt,  kündigt  Baboi  an.  Mit
Franziska  Ziegler  und  Lisa  Döttinger  auf der  linken  sowie  den  Linkshänderinnen Nicole Hegendorf und Rosalie Wagner auf
der  rechten  Außenbahn  gibt  es  bei  der HABO zwei starke Duos. Am Kreis ist die Mannschaft neben Miriana Attaguile noch
mit  Katrin  Döttinger  und  Jasmin  Körner wie erwähnt dreifach besetzt.Im Rückraum gibt es dagegen nur zwei Spielerinnen, die auf eine der drei Positionen  festgelegt  sind:  „Linda  Zimmermann
spielt ausschließlich auf der Mitte, Ramona  Braunstein  nur  rechts.“  Das  heißt  im  Umkehrschluss:    Saskia  Kapfenstein,  Melanie  Danner,  Saskia  Zink  und  Ann-Kathrin  Kapfenstein  können  jeweils  auf  allen drei  Rückraumpositionen  auftauchen. Diese Variabilität könnte in engen Spielen ein entscheidender Trumpf sein. Mit  der  Vorbereitung  ist  Kornelia  Baboi  „unter  diesen  Umständen  zufrieden. Es war halt sehr lang, ich musste den Plan entsprechend anpassen. Aber dieses Problem hatten ja alle Mannschaften.“
 
MBZ 07.10.2020, Lars Laucke

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.