Leere Hände nach umkämpfter Partie

Ganz knapp haben die Frauen 1 am Samstagabend einen Heimsieg verpasst. Die Gäste vom HC Oppenweiler/Backnang gewannen mit 21:20.

Crunchtime in der Bottwartalhalle: Dreieinhalb Minuten vor Schluss ist beim Spielstand von 19:19 alles offen. Bis dahin hatte in der intensiven Partie mal der HC, mal die HABO die Nase vorn. Jetzt bekommen die Hausherrinnen einen Siebenmeter zugesprochen, doch Oppenweilers Torhüterin Paula Heitzler kann den Strafwurf parieren. Immerhin bleibt die HABO in Ballbesitz, es leistet sich dann allerdings ein Stürmerfoul. Stattdessen gehen die Gäste in Führung: Denise Schaber mogelt den Ball aus dem Rückraum an der eigentlich gut aufgelegten Torhüterin Jiska Sussek zum 19:20 vorbei. Eine Minute vor Schluss egalisiert Miriana Attaguile zum 20:20, aber innerhalb von Sekunden führt der HC wieder. Es bleiben 34 Sekunden, um wenigstens einen Punkt zu retten. Der Abschluss kommt etwas zu früh, die Harzkugel bleibt im Block hängen. Jubelnde Gäste, fassungslose HABO-Frauen. Die Enttäuschung ist groß.

Nach dem letztwöchigen Desaster in Leonberg wäre diesmal ein Sieg drin gewesen. Das weiß auch Coach Timo Peter. „Wir haben zu viele Fehler gemacht und zu viel liegen lassen. Die Torhüterin haben wir zur Königin geschossen. Sie hat ihr Eck konsequent – und wir entscheiden uns nach einem Wurf über den Block trotzdem für die Torwartecke“, sagte er.

Der zerfahrene Anfang des Bezirksderbys zeigte die Bedeutung der Partie für beide Teams. Während der HC bis dato ungeschlagen war und das natürlich auch bleiben wollte, hatte die HABO, wie bereits erwähnt, ihre erste Saisonniederlage wiedergutzumachen. Doch nicht nur in Sachen Nervosität begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe: Bis zur Schlussphase wechselte die Führung gleich mehrmals. Nach dem ersten Durchgang lagen gerade die Murrtälerinnen mit 8:11 in Front. Da sie sich als absolut unentbehrlich für das HC-Spiel erwiesen hatte, ließ Coach Timo Peter Spielertrainerin Reka Kantona-Lukacz nach Wiederanpfiff manndecken. Die Maßnahme fruchtete: Der HABO gelang in der 38. Spielminute der Ausgleich zum 13:13 durch Katrin Döttinger, dann innerhalb einer Minute sogar die Führung über einen Doppelpack von Saskia Kapfenstein. Länger war Reka Kantona-Lukacz aber nicht bereit, sich das Spielgeschehen aus der Distanz mitanzusehen. Aus einer harmlosen, völlig fairen Abwehrbewegung ihrer Gegenspielerin Rosalie Wagner wurde durch eine eindrucksvolle Schauspieleinlage ihrerseits ein zeitstrafenwürdiges Foul. „Lukacz ist einfach zu clever für eine Manndeckung. Weil sie erkennt, dass der Schiedsrichter gerade nicht hinsieht, geht sie zu Boden. Der Schiri muss Rosi dann praktisch zwei Minuten geben, obwohl sie nichts gemacht hat. Deshalb habe ich auf einen zweiten Manndeckungsversuch verzichtet. Garantiert wäre unsere Abwehrspielerin wieder geflogen“, erklärte Timo Peter seine Entscheidung. Trotzdem verteidigte sein Team von da an die Führung - bis zur unglücklichen Schlussphase.

Anders als Oppenweilers Spielertrainerin Reka Katona-Lukacz konnte Peter auf seinen gesamten Kader zurückgreifen. Normalerweise hat deren Schwester Judit das Zepter in der Hand, doch sie weilt im Urlaub. Auch die dritte Lukacz-Schwester fehlte verletzt, ebenso wie die Ex-Steinheimerin Larissa Ziegler. Beim Rückspiel werden Ziegler und Judit Lukacz vermutlich wieder mitmischen. Um es vorsichtig auszudrücken: Dem neuen Spitzenreiter Punkte abzuluchsen, wird im Rückspiel nicht einfacher werden. Ganz im Gegenteil.


Bottwar SG                                                                                                                                 
Mäule, Sussek (im Tor) – Attaguile (3), Braunstein (1), K. Döttinger (1), L. Döttinger, Hegendorf, Kapfenstein (9), Körner, J. Sturm (1), M. Sturm, Müller, Wagner (2), Zimmermann (3/1),

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